Donnerstag, 19. Mai 2022

Wie funktioniert eine Solarzelle / Photovoltaik ?

So funktioniert eine Solarzelle / Photovoltaik

prägnant erklärt in unter 10 Minuten mit Formeln, Physik und Technik alternativ zur Textversion auch als Podcast oder YouTube Video:

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Podcast auf soundcloud: Solarzelle / Photovoltaik



Energieerzeugung

Formelzeichen

Bezeichnung

Einheit

P

Leistung

[Watt]      W=  (kg ∙ m^2)/s^3

U

Spannung

[Volt]        V

I

Strom

[Ampère] A

R

Widerstand

[Ohm]      = V/A

P=U∙I

  • Energie: Spannung und Strom
  • Damit ein Strom fließen kann, muss erstmal eine Spannung aufgebaut werden
  • Strom: bewegte Ladungsträger (z.B. Elektronen)
  • Ziel: Ladungsträger müssen bewegt und voneinander getrennt werden

 

 

Ladungsträger

In der Halbleiterphysik sind Ladungsträger

      Elektronen | electrons

      Defektelektronen (auch „Loch“ genannt) | electron hole

Freie Elektronen

      Freie Elektronen verspüren keine Wechselwirkung äußerer Potentiale und sind nicht gebunden

Gebundene Elektronen findet man in Atomen

      Ionisierungsenergie | ionization energy: nötige Energie für Elektronenauslösung aus der äußersten Schale

      Elektronenaffinität | electron affinity: Energie, die frei wird, wenn ein neutrales Atom ein freies Elektron aufnimmt






 

Die Stärke der Bindung der Valenzelektronen wird auch Bandabstand | bandgap genannt (Einheit [eV])

Wenn man ein zunächst gebundenes Elektron auslöst, entsteht dadurch ein sogenanntes Elektron-Loch-Paar

     Generation Rekombination

       Thermodynamisches Gleichgewicht: Generation=Rekombination



 

Leiter | Halbleiter | Isolatoren

Festkörper / Gitterstruktur

Halbleiter


  • Halbleitermaterialien

      Im Grundzustand fast keine freien Ladungsträger verfügbar

      Bei Silizium sind alle vier Valenzelektronen in kovalenten Bindungen mit vier benachbarten Atomen in Elektronenpaarbindungen verbunden (Bindungsbildung durch Überlagerung von Atomorbitalen)

Kovalente Tetraederbindung am Beispiel von Silizium


Stabile Gitterstruktur durch Elektronenpaarbindung

Zeitweises Herauslösen von Elektronen (Generation von freien Ladungsträgern) möglich durch:

  • Wärme (thermische Energie) | Glühemission | thermionic emission

λ=vthτ0                       

λ: mittlere freie Weglänge

vth: mittlere thermische Geschwindigkeit 

τ0: Stoßzeit

JQ=-ϰdT/dx

JQ: Wärmestromdichte 

 ϰ: Wärmeleitfähigkeit

dT/dx: Temperaturgefälle

  • Ausreichend elektrische Spannung (anlegen eines elektrischen Feldes) | Feldemission | field emission

vD=-μ∙E

vD: Driftgeschwindigkeit

 μ: Beweglichkeit 

E: Feldstärke

J=-ne μ∙E

J: Stromdichte  

n: Ladungsträgerkonzentratione: Elementarladung

  • Bestrahlung mit Licht mit ausreichender Frequenz | Fotoemission | photoemission

 

Bewegung von Ladungsträgern durch Diffusion und Drift

  • Diffusion freier Ladungsträger:

     Ein Unterschied in der Ladungsträgerkonzentration ruft eine gerichtete Bewegung der Ladungsträger vom Gebiet hoher Konzentration zum Gebiet niedriger Konzentration hervor.

 

j(n,p)=q∙μ(n,p)∙(n,p∙E+(k∙T)/q∙(dn,dp)/dx)

 

  • Feldstrom (Driftstrom)

     Liegt ein elektrisches Feld an, resultiert eine mittlere Geschwindigkeit der Elektronen entgegen der Feldrichtung. Für kleine Feldstärken ist die Driftgeschwindigkeit proportional zum elektrischen Feld (unterhalb einer Sättigungsgeschwindigkeit)

j=q∙(n∙μn+p∙μp )∙E=σ∙E

j: Stromdichte

q: Elementarladung

μ: Beweglichkeit  

E: Feldstärke   

n: Ladungsträgerkonzentration

 

Der Photoelektrische Effekt Photoemission

Wandlung der Strahlungsenergie der Sonne in elektrische Energie

Modell: Lichtquanten / Photonen (wissenschaftlich erklärt durch Albert Einstein 1905)

h∙f ≥ ∆WA         c=λ∙f

WA: Austrittsarbeit      

h: Planckschen Wirkungsquantum

 f: Frequenz 

c: Lichtgeschwindigkeit 

λ: Wellenlänge

 

Bändermodell | Band structure model

 

Die Größe der Bandlücke ist Material und Temperaturabhängig

Material

Wg

Bandgap

maximale Wellenlänge λ bei der gerade noch so Elektronen ausgelöst werden (Minimalfrequenz)

Si

1,17 eV @ T=0K

1,12 eV @ T=300K

1,1 µm

Ge

0,74 eV @ T=0K

0,67 eV @ T=300K

1,8 µm

4H-SiC

3,23 eV @ T=300K

0,4 µm

300 K entspricht 26,85°C

  • Elektronen im vollen Valenzband können nicht zur Leitung beitragen
  • Im energetischen Abstand Wg oberhalb des Valenzbandes befindet sich die Kante des Leitungsbandes. Ab der Bandlückenenergie steigt die Leitfähigkeit deutlich an.
  • Elektronen, die sich frei im Gitter bewegen sollen, müssen mindestens die Energie des Leitungsbandes haben



Halbleiter Dotierung

  Das zunächst halbwegs reine Halbleitermaterial wird durch gezielte Verunreinigung mit Fremdatomen benachbarter Wertigkeiten dotiert

 

Verbindungshalbleiter

Donator n-dotiert

 

4 der 5 Valenzelektronen von Phosphor gehen kovalente Bindungen mit benachbarten Siliziumatomen ein.

Das 5. Valenzelektron kann schon bei geringer thermischer Anregung energetisch ins Leitungsband verschoben und freigegeben werden.

n-typ-Halbleiter

 

Akzeptor p-dotiert

 

Alle 3 der 3 Valenzelektronen von Bor gehen kovalente Bindungen mit benachbarten Siliziumatomen ein.

Das „Loch“ bzw. der freie Platz kann schon bei geringer thermischer Anregung von Nachbarvalenzelektronen aufgefüllt werden. Ein quasi bewegliches Defektelektron.

p-typ-Halbleiter

 

 

p-n-Übergang

Eine Solarzelle besteht aus einem Halbleitermaterial mit unterschiedlich dotierten Schichten (einem p-n-Übergang)





















       schematische Darstellung der Donatoren und Akzeptoren im stromlosen p-n-Übergang (ohne Lichteinfall oder äußere angelegte Spannung)

       interne Drift- und Diffusionsströme heben sich gegenseitig auf

       Nach Außen hin elektrisch neutral

 



RLZ

Raumladungszone








Raumladung

 




Elektrisches Feld

E(x)=-dU/dx

 Diffusionsspannung

 U_D=(k∙T)/q∙ln((p∙n)/〖n_i〗^2 )


 


 

Entlang der Raumladungszone baut sich ein elektrisches Feld und eine interne Spannung auf

Beispiel: Si, T=300K (26,85°C),

N_A=2∙10^15 〖cm〗^(-3), N_D=1∙10^15 〖cm〗^(-3)

U_D=0,61V

 

 

p-n-Übergang mit Photoemission


  Zusätzliche Bestrahlung mit Licht genügend großer Frequenz (Minimal Wellenlänge)

  Zusätzliche Elektronen werden von ihren Atomen getrennt durch Photoemission

  • Die freigesetzten Elektronen werden von der positiv geladenen Halbleiterschicht (dem Silizium-Phosphor n-Gebiet) angezogen (Diffusion: Elektronenbewegung durch Feld)





Solarzelle | Kennlinien


  Die Höhe des Solarzellenstromes hängt von der eingestrahlten Leistung ab

  Ohne Last oder im „open circuit“ gibt es eine Leerlaufspannung

  Unter Volllast oder Kurzschluss bricht die Spannung ein und der Strom nähert sich dem maximalen Sättigungsstrom an, der von der spezifischen Bestrahlungsleistung abhängt

  Vorteilhaft: Hohe Einstrahlleistung und niedrige Temperatur



 

 

 

 

 

 

Das Ganze als YouTube #shorts erklärt in unter 1 Minute:

https://youtube.com/shorts/7-kv2lzQaw0

 

Thema researched, animated in Power Point Slides and edited by Sophia Transistor 

 

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